Mittwoch, 26. Oktober 2011

Und täglich grüßt das Murmeltier

Heutiges Highlight des Tages: der Kaminfachverkäufer.

Als wir den Verkaufsraum betraten, sahen wir im Obergeschoss noch kurz das Antlitz des Beraters aufblitzen, den Christoph bereits vom ersten Besuch her kannte, bevor er sich –schwupps- aus unserem Blickfeld schob. Aber zu spät: wir hatten ihn bereits erspäht und so musste der arme Berater/Azubi/Praktikant, der zu uns vorgeschickt wurde, wieder von dannen ziehen und den bereits bekannten Berater zu Rate ziehen. So weit so gut.

Nachdem wir relativ schnell unseren Favoriten in der Ausstellung auserkoren, beim genannten Preis angemessen betretene Gesichter aufgesetzt hatten und zwischen uns das Thema Be- und Entlüftung gefallen war, kam der Ausruf seinerseits: „Ach, Sie haben eine Be- und Entlüftungsanlage??? Ja, das hätten Sie doch GLEICH sagen sollen! Dafür braucht man natürlich einen raumluftunabhängigen Kamin, das ist GANZ wichtig!“ Achso! Na klar! Wie dumm von uns! Ist ja auch schon der 50. Kamin, den wir in den vergangenen Jahren gekauft haben, wie konnten wir dieses wichtige Detail vergessen?!!

Ja, hat der Gute denn in seiner Vertriebsschulung nicht aufgepasst? Für sowas macht man doch erstmal eine B e d a r f s ermittlung: Was will der Kunde? Was hat er für Voraussetzungen? Eigentlich macht man das so. Eigentlich. Na, das sollten wir aber lieber nochmal üben.

Nun gut, schließlich hatten wir dann das für uns geeignete Modell gefunden und es ging um das Thema „Was kann man denn beim Preis machen?“ Der große Taschenrechner wurde herausgeholt, auf den Tasten rumgehämmert und schließlich „Ja, so und so viel kann ich Ihnen runterlassen“ Dann der Nachsatz „Aber auch nur bis Ende des Jahres!“ Haben wir den Satz nicht schon mal bei den Küchen gehört? Naja egal.

Ergebnis der ganzen Chose: wir haben erstmal die für uns wichtigen Kamindaten an unseren Bauleiter weitergegeben. Die zu haben war ja das heutige Ziel. Ob wir dann wirklich dort kaufen, wo wir heute waren, muss aber nochmal eindeutig evaluiert werden. Nach einigen Gesprächen mit meinen Kollegen heute ist das Kamingeschäft wohl auch eher „der Mercedes unter den Kaminen“…dafür haben wir wohl ein Händchen. Wobei ich sagen muss: das Beratungsgespräch war wohl eher nur …das Abgasrohr des Mercedes.

Ganz interessant war auch der Besuch in der Badausstellung mit unserem Sanitärmenschen. Wir waren ja  bereits in unserem Urlaub dort gewesen und hatten uns ein Angebot erstellen lassen. Im großen und ganzen ist dies jetzt auch erstmal so geblieben. Stark am Überlegen sind wir, ob wir statt einer Duschtasse die Dusche fliesen sollen. Sieht ja ganz schick aus. Das größte Fragezeichen schwebt derzeit über die 2 Waschbecken oben: 2 einzelne nebeneinander? Mit einem Brett verbinden? Und ganz wichtig: wie lösen wir das Problem mit dem Spiegelschrank? Das wir einen brauchen, ist klar, aber so´n Ding über 1m80 Länge ist nicht ganz billig. Bei den Sanitärobjekten gibt es Listenpreise – „aber das sind ja nicht die realen Preise, da müssen wir dann mal schauen, wie wir das machen“. Und es erscheint uns wieder ein Déjà Vu……Haben wir den Satz nicht schon mal bei den Küchen gehört? Wird eigentlich im gesamten Hausbereich/Hauseinrichtungsbereich bei den Preisen gemauschelt, was das Zeug hält oder kommt uns das nur so vor? Wir werden am Ende des Hausbaus eine „Best of Sätze Liste“ erstellen, zu denen werden auf jeden Fall Highlights gehören wie „also da müssen Sie sich jetzt ganz schnell entscheiden, den Preis kann ich Ihnen nur noch bis morgen halten“, „Ja, die anderen, das sind doch alles Verbrecher“, „Also, ich geb Ihnen da mal nen guten Tipp, dafür wird mich der Bauleiter umbringen. Aber ich will ja auch nur Ihr Bestes“ oder auch gern genommen: „Ich mach Ihnen da nen Superpreis für, das darf mein Chef gar nicht wissen“ etc. Viele Bücher und Zeitschriften rund um das Thema Bauen haben uns das prophezeit. Aber wer konnte denn ahnen, das es tatsächlich haargenau so eintreffen wird??




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen